The Face Blog

Begegnungen mit Menschen werden wir erleben, und einige Gesichter möchte ich euch davon zeigen....

Auf dem Kinderspieltplatz in Molivos
27.05.16

Auf dem Kinderspielplatz in Molivos (oder Mythimna) oder besser gesagt daneben, denn der eigentliche Spielplatz ist geschlossen.
Gemeinsam mit Dora und ihrem Sohn Konstantinos kamen wir zusammen mit anderen Eltern mit ihren Kindern. Die Kinder dürfen den Spielplatz nicht betreten, denn einige Reparaturen sind seit ein paar Wochen fällig und entspricht daher nicht der Sicherheit. Es bahnt sich eine Diskussion an. Die Kinder spielen nebenan Fußball und Verstecken.
Warum wird der Spielplatz nicht wieder instand gesetzt? Zuerst dreht sich die Diskussion um die Verhaltensweise des hier zuständigen Bürgermeisters. Ein Ansuchen wurde verfasst, dass sie Eltern des Elternvereins zu unterschreiben hätten. Warum sollten die Eltern die Verantwortung dafür übernehmen, wenn doch die Gemeinde dafür zuständig ist und dafür vorgesehenes Budget hat?
Dann erklärt sich die Sache wie folgt durch den Bürgermeister einer anderen Ortschaft (Lepetimnos), der die Lage wie folgt darstellt:
Das Geld kommt vom Staat. In seiner Gemeinde funktioniert es so, dass er das Geld auslegt, um die Reparaturen vorzunehmen, dann werden die Rechnungen an die zuständige Behörde geschickt und die Gemeinde bekommt das Geld irgendwann rückerstattet. Das der Bürgermeister von Molivos nicht so vorgeht ist nicht korrekt und er wird mit ihm reden. Vielleicht hilft es was, doch die Bürgerinnen und Bürger rechnen nicht vor nächstem Jahr damit. Sie sind frustriert von den Behörden, denn sie haben in der jüngsten Vergangenheit nur Enttäuschungen erlebt.
Zum Beispiel wurden viele Boote gestohlen. Es wird angenommen, dass die Schlepper, die Flüchtlinge auf die Insel bringen wollen, die Boote gestohlen haben. Alle sind sich einig, dass die Hilfesuchenden nichts damit zu tun haben, doch wurde nichts dagegen unternommen. Stattdessen hat die Regierung die Verantwortung neu geregelt. Bis vor Kurzem war die Regierung zuständig für die Hafenpolizei, nun unterliegen sie direkt den Gemeinden und das Budget würd gekürzt.
Was sagt man dazu?

Nun wurde auch bekannt, dass es ein Vorhaben gibt, die Flüchtlinge, die im Camp Moria auf Lesbos eingepfercht sind, auf der Insel zu verteilen, denn sie werden bleiben müssen. Niemand hat das bisher offiziell der Bevölkerung mitgeteilt.

Die Tochter eines Hotelbesitzers beklagt sich über die Aktuelle Situation im Tourismus. Die Thomas Cook Reisegesellschaft aus Belgien (wie andere auch) hat Reservierungen im Hotel getätigt und auch im Voraus bezahlt. Nach den Bombenanschlägen in Brüssel wurden die Flüge storniert und den Kunden, die bereits gebucht hatten, wurde mitgeteilt, sie müssenden mit der Aegean Airline über Athen fliegen, worauf viele ihre Reise stornierten. Nun will die Fluggesellschaft das bereits bezahlte Geld von den Hotelbesitzern zurück und die Grieche sollen somit leer ausgehen. Statt bisher 17 Angestellten hat das Hotel für diesen Sommer nur 3 geplant. Man kann sich vorstellen, was das für die Bevölkerung bedeutet.
Sie werden vermutlich den Sommer überstehen, doch wie wird es Winter?
Wie viele andere Inseln lebt auch diese das ganze Jahr über von dem, was die Sommersaison bringt. Lesbos war schon in der Vergangenheit kein Hauptreiseziel, umso schlimmer trifft es die Menschen, dass ihre Aufmerksamkeit in Europa von einem katastrophalen Bild in den vergangenen 8 Monate geprägt wurde.

Der Restaurantbesitzer wünscht sich eine steuerliche Erleichterung für die nächsten ein bis zwei Jahre, um überleben zu können und bis die Situation sich wieder beruhigt hat. Hoffnung hat er diesbezüglich jedoch keine, denn welche könnte er nach dem bisherigen Vorgehen noch haben?


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